Mensch-Roboter-Interaktion neu gedacht
- Robotik
- Intralogistik
- 18.2.2026
- Lesezeit: {{readingTime}} min
Inhalt
In modernen Logistik- und Produktionsumgebungen wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und mobilem Roboter zu einem zentralen Erfolgsfaktor. Klassische Automatisierung stößt dort an Grenzen, wo Prozesse dynamisch sind und menschliche Entscheidungen erforderlich bleiben. Gefragt sind Assistenzsysteme, die sich situativ an den Menschen anpassen – nicht umgekehrt.
Genau hier setzt das europäische Forschungsprojekt AI‑Prism (AI Powered human‑centred Robot Interactions for Smart Manufacturing) an. Ziel ist es, eine natürliche, sichere und barrierefreie Interaktion zwischen Mensch und Roboter zu ermöglichen – insbesondere in dynamischen Produktions- und Logistikumgebungen. KEBA ist als Technologiepartner aktiv an der Entwicklung beteiligt.
„ AI-Prism ist für KEBA ein wichtiger Innovationsbaustein. Durch die Projektteilnahme können wir Forschung, industrielle Praxis und Kundenanforderungen frühzeitig zusammenführen und neue Ansätze der Mensch-Roboter-Interaktion gezielt weiterentwickeln.“
Intuitive Interaktion statt komplexer Programmierung
Im Zentrum von AI‑Prism steht der Mensch. Mobile Roboter sollen künftig ohne klassische Programmierung bedient werden und auf Sprache, Gesten und Bewegungen reagieren. Damit wird die Zusammenarbeit intuitiv und effizient – ein entscheidender Schritt, um Roboter auch in der Intralogistik flächendeckend nutzbar zu machen.
Untersucht und kombiniert werden unter anderem folgende Interaktionsformen:
Sprachsteuerung zur Auslösung von Navigations‑ oder Transportaufgaben
Gestenerkennung, bei der Hand‑ und Armbewegungen als Steuerimpulse dienen
Follow‑Me‑Modus, bei dem der Roboter Personen selbstständig folgt
Assistenzfunktionen zur Unterstützung bei körperlich belastenden oder repetitiven Tätigkeiten
Diese Funktionen bilden die Basis für eine kooperative Mensch‑Roboter‑Interaktion, in der beide Seiten voneinander lernen und sich ergänzen.
Industrielle Umsetzung
Die bei AI‑Prism entwickelten Interaktions‑ und Navigationskonzepte werden bei KEBA mit klarem Fokus auf industrielle Verwertbarkeit umgesetzt. Zentrale Rolle spielt dabei die Automatisierungsplattform Kemro X.
Kemro X fungiert als intelligente Steuer‑ und Orchestrierungsplattform, auf der die Technologiepakete für KI, Bildverarbeitung und Sensorik zusammengeführt werden. Sie ermöglicht eine Echtzeit‑Kommunikation zwischen Mensch und Roboter sowie den stabilen Betrieb komplexer Gesamtsysteme in offenen Systemarchitekturen.
Erste Demonstratoren zeigen bereits, wie mobile Roboter menschliche Bewegungen erkennen, Sprache interpretieren und situationsabhängig reagieren – eine Schlüsselkompetenz für flexible und sichere Intralogistikprozesse.
Relevanz für die Intralogistik von morgen
In der Intralogistik entwickeln sich mobile Roboter zunehmend zu aktiven Partnern des Menschen. Sie übernehmen Transport‑ und Unterstützungsaufgaben, reagieren flexibel auf Anweisungen und passen sich dem Arbeitstempo an.
Dazu Andreas Reingruber, Section Manager Intralogistics, KEBA Industrial Automation: „Auch in Zukunft bleibt der Mensch die entscheidende Instanz. Automatisierung übernimmt repetitive Aufgaben, während Mitarbeitende steuern, überwachen und optimieren. Entscheidend ist dabei eine intuitive Mensch-Roboter-Interaktion: Roboter müssen sich dem Menschen anpassen – nicht umgekehrt. Genau darin liegt der Schlüssel für flexible, sichere und wirtschaftliche Logistiklösungen“.
Entscheidend ist dabei eine intuitive Mensch‑Roboter‑Interaktion, bei der Roboter den Menschen unterstützen und entlasten – ohne starre Trennungen oder komplexe Bedienkonzepte.
Die Erkenntnisse aus AI‑Prism fließen systematisch in bestehende KEBA Lösungen sowie in neue Produktentwicklungen ein. Automatisierung verändert damit nicht die Bedeutung des Menschen, sondern seine Rolle: hin zu mehr Steuerung, Analyse und Kooperation – und zu höherer Effizienz, Ergonomie und Wettbewerbsfähigkeit in der Intralogistik.