Ein unkonventioneller Ansatz für Antriebssteuerung und Maschinenbau
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- 16.10.2026
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Inhalt
Das italienische Unternehmen SPL Soluzione s.r.l bot ursprünglich Dienstleistungen, technologischen Support und Werkzeuge für Unternehmen im Bereich Kaltumformung und Verformung an. Auf Wunsch seiner Kunden entschied sich das Unternehmen, zusätzlich selbst Maschinen zu entwickeln und zu bauen. Die Maschinen von SPL werden zur Herstellung und Bearbeitung von Aluminiumbehältern aller Art eingesetzt – hauptsächlich für die Getränke-, Kosmetik-, Beauty- und Gesundheitsindustrie. Bei der Entwicklung der Maschinen ging SPL jedoch nicht den traditionellen Weg. Gemeinsam mit Partnern, die über die entsprechende Expertise verfügten, entschied sich das Unternehmen für einen eigenen Ansatz.
Eine neue Denkweise
Im konventionellen Maschinenbau bestimmt ein einzelner Hauptmotor die Gesamtgeschwindigkeit der Maschine, während jede Achse einem mechanisch vordefinierten Bewegungsablauf über Kurvenscheiben oder starre mechanische Kopplungen folgt. Diese Master-Slave-Beziehungen sind fest im mechanischen Design verankert und erfordern physische Änderungen, um Bewegungsprofile anzupassen.
SPL verfolgt einen anderen Ansatz und reagiert damit auf die Anforderungen seiner Kunden: Jede Achse wird von einem eigenen Servomotor angetrieben, und die Beziehung zwischen Master- und Slave-Achsen wird elektronisch über einen Motion Controller definiert. Sämtliche Zusammenhänge und Bewegungsabläufe werden softwareseitig und nicht über mechanische Komponenten umgesetzt.
Dieses softwaredefinierte Bewegungskonzept reduziert die mechanische Komplexität erheblich, erhöht die Flexibilität der Bewegungsprofile und vereinfacht die Wartung durch die geringere Anzahl mechanisch gekoppelter Teile.
Die Rahmenbedingungen: nicht die einfachsten für Maschinenbauer
Die von SPL entwickelten Maschinen laufen extrem schnell. Allerdings nicht kontinuierlich, sondern in getakteten Bewegungen.
Pisoni: „Maschinen von SPL sind nicht nur schnell, sie bewegen auch tonnenschwere Massen. Deshalb müssen die Bewegungen äußerst präzise sein – sowohl im Intervallbetrieb als auch bei Sicherheitsstopps. Die Maschinensteuerung muss dauerhaft eine exakte Koordination zwischen den bewegten Teilen gewährleisten, um Kollisionen zu vermeiden“, erklärt Carlo Pisoni, Eigentümer von SPL Soluzioni.
Die entwickelte Elektronik muss diese Bewegungen steuern. SPL-Maschinen produzieren typischerweise 220 Dosen pro Minute, wobei die Dynamik enorm ist und zu hohen Beschleunigungen und starken Ruckbewegungen führt. Standardmaschinen von SPL erreichen eine Presskraft von 15 Tonnen und müssen dabei Toleranzen von lediglich 0,2 bis 0,3 Millimetern einhalten.
Pisoni: „Dieses Zusammenspiel aus Geschwindigkeit, Dynamik, Präzision und Kraft zeigt, auf welchem Engineering-Niveau wir uns bewegen.“
„Der Hauptgrund, warum ich KEBA kontaktiert habe, war nicht, weil ich nach einer Lösung für ein Problem gesucht habe. Es ging vielmehr um eine Chance, bei der ich dachte, dass KEBA eine entscheidende Rolle spielen könnte.“
Wenn Engineering den Unterschied macht
Was SPL nun benötigte, war keine spezifische Lösung für ein einzelnes Problem. Da SPL im Maschinenbaugeschäft noch ganz am Anfang stand, waren Kernkompetenzen wie Maschinenkonstruktion und Mechatronik für das Unternehmen weitgehend Neuland.
Pisoni: „Als wir begannen, Maschinen auf mechatronischer Ebene zu entwickeln, war klar, dass wir nicht alle benötigten Fachkräfte für Berechnung, Konstruktion, Engineering usw. selbst finden und einstellen konnten. Wir sind als kleines Unternehmen gestartet und werden auch künftig schlank bleiben.“
Deshalb begann SPL nach Partnern zu suchen und entschied sich, das technische Büro an Alpha Proggetti auszulagern.
Für Motion Design und Mechatronik suchte man einen Partner zur Entwicklung zuverlässiger Lösungen – einen Partner, mit dem sich eine langfristige Zusammenarbeit aufbauen ließ. Auf Grundlage einer starken Empfehlung eines erfahrenen Ingenieurs aus dem eigenen Netzwerk wandte sich SPL an KEBA.
Pisoni: „Von null zu starten mit einem Konzept, das für die Maschinenbauindustrie völlig neu war, bedeutete, dass wir Partner brauchten, die alle Entwicklungsschritte eigenständig übernehmen konnten. Das war eine Frage des Vertrauens.“
Wichtig für SPL war zudem die Verfügbarkeit direkter Engineering-Ansprechpartner. Diese fand man bei KEBA. „Auch die Größe von KEBA passte gut zu uns, da sie kurze Kommunikationswege ermöglichte. Und die Tatsache, dass KEBA unsere Wettbewerber nicht beliefert, stärkte zusätzlich das bereits aufgebaute Vertrauen“, erklärt Pisoni. Ein dritter wichtiger Grund für die Partnerschaft mit KEBA war das Produktportfolio: KEBA kann sowohl kleine als auch sehr große Motoren liefern – bietet also das gesamte Spektrum aus einer Hand.
Pisoni: „KEBA erwies sich sehr bereits früh im Prozess als der richtige Partner für uns – auch auf technologischer Ebene.“ Einer der Ingenieure des italienischen Teams schlug eine modulare Softwareebene vor und entwickelte diese weiter. Dadurch konnte SPL den Übergang von mechanisch definierten Bewegungskonzepten hin zu einem vollständig mechatronischen, softwaregesteuerten Ansatz über alle Maschinen hinweg vollziehen.
Ein wesentlicher Teil des Erfolgs von SPL ist nicht nur auf die Produkte von KEBA zurückzuführen, sondern auch auf die intensive Engineering-Unterstützung. Diese umfasste eine langfristige Zusammenarbeit bei Prozessoptimierung und Lösungsentwicklung, sodass die geplanten Maschinenkonzepte zuverlässig und konsistent umgesetzt werden konnten.
Ein genauerer Blick auf den Markt
Der Zielmarkt von SPL lässt sich in zwei Hauptgruppen unterteilen. Unabhängig von der Größe der Unternehmen müssen internationale Standards globaler Marken in diesen Branchen erfüllt werden.
Die größeren Marktteilnehmer verfügen typischerweise über eine stabile Produktion mit nur wenigen Änderungen und großen Losgrößen. Pisoni: „Meistens benötigen sie optimierte Lösungen – etwa spezielle Druck- oder Veredelungsverfahren oder sehr anspruchsvolle Nachhaltigkeitsziele mit Fokus auf CO₂-freie, umweltfreundliche Produkte und Prozesse.“ Für diese großen Hersteller ist ein stabiler Prozess entscheidend: wenige Änderungen, nahezu immer dieselben Produkte und eine 24/7-Produktion ohne Unterbrechung sind üblich.
Auf der anderen Seite unterstützt SPL Unternehmen, die kleinere Marken bedienen. Diese arbeiten typischerweise mit kleineren Chargen und weniger geschultem Personal, und stellen häufiger die Produktion um.
Zusammenarbeit mit KEBA – ein fairer Austausch
SPL betrachtet KEBA als hochkompetenten und zuverlässigen Partner mit großer Expertise bei der Definition der richtigen Gesamtlösung, basierend auf tiefem mechanischem Verständnis und präzisen Bewegungsberechnungen. Die Fähigkeit von KEBA, jede Bewegung zu modellieren, ermöglicht eine optimierte Auslegung von Motoren und Antrieben im Gesamtsystemkontext. Die technische Unterstützung von KEBA beeinflusst und verbessert direkt das finale Maschinendesign. SPL schätzt sowohl die Professionalität der beteiligten Personen als auch die Flexibilität bei der Anpassung von Motorlösungen. Pisoni: „KEBA wird als echter Entwicklungspartner wahrgenommen, der aktiv zur Verbesserung der finalen Linie und des Produkts beiträgt – weit über eine rein finanzielle oder lieferorientierte Rolle hinaus.“
„Letztendlich fanden wir bei KEBA wertvolle Kompetenzen, die uns bei der ambitionierten Entscheidung unterstützten, Maschinen mit Direktantriebstechnologie zu entwickeln. Darüber hinaus erwiesen sich die KEBA-Servoantriebe als hervorragend geeignet, um die beiden großen Torquemotoren, die die beiden Hauptbewegungen der Maschine antreiben, perfekt zu steuern. Diese radikale Entscheidung verschaffte uns den Ruf eines innovativen Außenseiters in einem etablierten Markt, der auf konventionelle Technologien setzte.“
NETECH – die Zukunft der Verpackungsindustrie gestalten: Made in Italy und mit gemeinsamer Vision
Die drei italienischen Unternehmen SPL, Montoli und IMF Engineering haben ihre Kräfte gebündelt und ihre Expertise unter der Marke NETECH vereint, um integrierte Lösungen für die Aluminiumverpackungsindustrie anzubieten, die den gesamten Produktionszyklus abdecken – von der Entwicklung bis zum After-Sales-Support. Ziel des Joint Ventures ist es, zur führenden italienischen Referenz in der Aluminiumverpackungsindustrie zu werden, für flexible Tuben und Aerosolbehälter in anspruchsvollen Branchen wie Kosmetik, Pharma, Lebensmittel, Industrie und Haushaltsprodukte.
Einfaches Design und Mechatronik als Grundlage einer neuen modularen Maschine
Das erste konkrete Ergebnis dieses Joint Ventures wird eine neue Maschine sein, die sich auf den sogenannten „Trimming“-Prozess konzentriert. Das Designkonzept folgt derselben Kernphilosophie wie die neuesten Maschinengenerationen: mechanische Übertragungselemente werden eliminiert und durch vollständig koordinierte elektrische Bewegungen ersetzt. Jede Achse wird von einem eigenen Motor angetrieben und von einem zentralen Motion Controller koordiniert. Die Maschine wurde so modular und einfach wie möglich konzipiert, integriert jedoch mehrere kritische Prozessschritte auf einer Plattform. Der Fokus der Maschine liegt auf dem Beschneiden des Behälters zur Erzeugung einer sauberen Kante, dem Einformen des Bodens zur Schaffung eines Sicherheitsvolumens für eine mögliche Behälterausdehnung sowie dem Bürsten der Außenfläche als Vorbereitung für den Druck.
Fortschrittliche Antriebssteuerung als Differenzierungsmerkmal – mit KEBA im Zentrum
KEBA spielt in diesem Maschinenkonzept eine zentrale Rolle. Im Vergleich zu den Standard-Necking-Maschinen von SPL wird weniger Masse bewegt, jedoch verdoppelt sich die Anzahl der Bewegungen, was zu einer deutlich höheren Komplexität führt. Pisoni: „Insgesamt 24 Motoren führen hoch koordinierte, dreidimensionale Bewegungen gleichzeitig aus – insbesondere während der Entladevorgänge, bei denen die Bewegungsmuster an Robotikanwendungen wie Delta-Roboter erinnern, jedoch stets mit reproduzierbaren, vordefinierten Bahnen.“
Diese Orchestrierung erfordert eine präzise Bewegungssteuerung und Synchronisation und macht Mechatronik und Elektronik zu entscheidenden Innovationstreibern. Das Ergebnis ist eine hochflexible und präzise Lösung, die die Positionierung von SPL durch Innovation stärkt, Unabhängigkeit von externen Lieferanten sicherstellt und die Integration fortschrittlicher Technologien innerhalb des NETECH-Netzwerks erleichtert.
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