Open Innovation Exchange zum Thema Intelligente Textilsysteme
- 24.8.2026
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Inhalt
Robotik dort, wo sie Menschen entlastet
Wo kann Robotik Mitarbeiter:innen in Wäschereien gezielt entlasten? Dieser Frage gingen Erich Hering von Brolli, Klaus Riegenring von CSI Technologies, Björn Tillemans von Datamars und Falk Ness von KEBA im gemeinsamen Austausch nach. Es standen körperlich belastende, repetitive und technisch anspruchsvolle Arbeitsschritte – etwa das Vereinzeln und Sortieren von Schmutzwäsche, die Taschenkontrolle oder das Falten – im Fokus. Dabei ging es aber nicht um Automatisierung um jeden Preis. Vielmehr stellten sich die Beteiligten die Frage, wie Mitarbeiter:innen durch Automatisierung unterstützt werden können und sich Robotik in bestehende Prozesse integrieren lässt.
Der Wert liegt zunehmend in den Daten
Auch der Blick auf das Textil selbst verändert sich. Im Mittelpunkt der Diskussion stand, welches Potenzial Informationen entlang des gesamten Lebenszyklus bieten: Von der Nutzung über Reinigung und Reparatur bis zum Austausch oder Recycling entstehen Daten, die künftig beispielsweise für Bedarfsprognosen, Qualitätskontrolle, Bestandsoptimierung und transparentere Textilkreisläufe genutzt werden können.
Damit verändert sich auch die Rolle von Wäschereien und Textildienstleistern. Neben Waschen und Liefern können Raumlösungen, Software, Reporting und Datenanalyse zu wichtigen Bestandteilen umfassender Dienstleistungen werden.
Entlang des gesamten Lebenszyklus eines Textils entstehen wertvolle Daten – von der Nutzung über Reinigung und Reparatur bis hin zu Austausch und Recycling. Diese gilt es zu nutzen.
Vom realen Bedarf zur intelligenten Lösung
Die Anforderungen an intelligente Textilsysteme kommen dabei direkt aus der Praxis. Ein Beispiel ist die automatisierte Wäscheausgabe, die für unterschiedliche Nutzergruppen zugänglich sein muss
Sandra Pollhammer vom Kepler Universitätsklinikum brachte die Perspektive unterschiedlicher Nutzergruppen ein. Automatisierte Wäscheausgabe muss auch für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sowie Personen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich sein.
Im Austausch entstanden dazu Ideen wie Sprachführung, akustische Rückmeldungen, automatische Türen oder Pick-by-Light. Für Susie Kläy von der SAFOS AG war dabei insbesondere die sprachbasierte Interaktion ein wichtiges Thema: Informationen könnten Nutzer:innen genau dann erreichen, wenn sie benötigt werden – beispielsweise bei einer falschen Entnahme oder Rückgabe.
Intelligente Textilsysteme müssen nicht nur effizient, sondern auch für unterschiedliche Nutzergruppen zugänglich und intuitiv bedienbar sein.
Es gibt nicht die eine Technologie, es braucht das Zusammenspiel unterschiedlicher Ansätze
Eine zentrale Erkenntnis des Open Innovation Exchange: Die Zukunft des Textilmanagements hängt nicht an einer einzelnen Technologie. Thomas Linde von KEBA brachte die Möglichkeiten lokaler KI und Bildverarbeitung in die Diskussion ein. Werden Sprach- und Bilderkennung direkt vor Ort verarbeitet, können Systeme schnell reagieren und sensible Informationen lokal verarbeiten, selbst wenn die Internetverbindung eingeschränkt ist.
In Kombination mit RFID ergeben sich daraus neue Möglichkeiten. Klaus Riegenring von CSI Technologies und Falk Ness von KEBA diskutierten unter anderem die Herausforderungen hoher Durchsatzmengen in industriellen Anwendungen. RFID bleibt eine wichtige Grundlage für die eindeutige Identifikation von Textilien. Für künftige Anwendungen könnte jedoch gerade die Kombination aus RFID, Computer Vision, Sensorik und lokaler KI entscheidend sein.
So kann ein intelligentes Textilsystem künftig nicht nur erfassen, welches Textil sich wo befindet, sondern auch relevante Situationen im Prozess erkennen.
KEBA verbindet Technologien und Perspektiven
Genau an diesen Schnittstellen liegt die Stärke von KEBA. Mit Kompetenzen in Automatisierung, lokaler KI, Bildverarbeitung, sicherer Authentifizierung und intuitiven Human-Machine-Interfaces können wir Technologien aus unterschiedlichen Bereichen zusammenführen.
Mit den texLOG Wäschelogistik-Lösungen automatisiert KEBA bereits heute zentrale Prozesse der Textilverwaltung. Der Open Innovation Exchange hat gezeigt, welche zusätzlichen Möglichkeiten entstehen können, wenn bestehendes Know-how mit neuen Technologien und vor allem mit den Erfahrungen unserer Partner:innen aus der Praxis verbunden wird. Denn: Innovation beginnt nicht mit einer Technologie, sondern mit einer Herausforderung, die es gemeinsam besser zu lösen gilt.
Der Austausch im KEBA InnoSpace soll deshalb weitergehen. Volker Rattmann und Christoph Knogler von KEBA brachten zum Abschluss die Perspektive ein, aus den diskutierten Ideen konkrete nächste Schritte abzuleiten, hin zu neuen Konzepten und möglichen Prototypen für intelligente, industrietaugliche Textillösungen.
Das Textilmanagement der Zukunft wird vernetzter, automatisierter und datenbasierter. Wie diese Lösungen konkret aussehen, wollen wir gemeinsam mit unseren Partner:innen herausfinden.