Automation, die wie ein präzises Uhrwerk läuft – entwickelt von MEP
- Referenzen / Success Stories
- Antriebstechnik
- 9.7.2026
- Lesezeit: {{readingTime}} min
Inhalt
Wenn Präzision zum Standard wird
Die Mechanik in den von MEP entwickelten und produzierten Maschinen erinnert an ein Uhrwerk. Zahnräder und Räder greifen präzise ineinander und verarbeiten Bewehrungsstahl mit höchster Genauigkeit. Man kann die Maschinen regelrecht „ticken“ hören, und alle paar Sekunden ist ein bearbeitetes Teil fertig. Ein industrielles Uhrwerk, ausgelegt auf präzise und stabile Produktion – über einen sehr langen Lebenszyklus hinweg.
Seit der Gründung im Jahr 1966 durch Remigio Del Fabro und dem Markteintritt ein Jahr später hat sich M.E.P. (Macchine Elettroniche Piegatrici) als führender Hersteller von Maschinen zum Biegen, Verarbeiten und Schweißen von Bewehrungsstahl etabliert. Das Unternehmen ging 2024 unter Beteiligung des Fonds Wise Equity VI an die Börse und erwarb dabei gleichzeitig die Mehrheitsanteile an Promostar und Planet Automation. Daraus entstand die MEP Group.
Giles Haysom, Procurement Director bei MEP: „Ganz ehrlich, es gibt einige Trends im Markt, die sich darauf auswirken, wie wir unsere Maschinen entwickeln müssen.“ Während die Prozessschritte im Wesentlichen gleich bleiben, verändert sich das zu verarbeitende Coil-Material. Die Produkte werden nicht nur größer im Durchmesser – viele Jahre lang lag das Maximum bei 16 Millimetern, heute müssen Maschinen jedoch auch Bewehrungsstahl mit Durchmessern von bis zu 26 Millimetern verarbeiten können. Zusätzlich kommen verschiedene Stahlsorten zum Einsatz, darunter auch Edelstahl, was die Anforderungen deutlich verändert. „Und darüber hinaus möchten die Produzenten auch den Output ihrer Maschinen steigern. Deshalb können MEP-Maschinen zwei Drähte gleichzeitig verarbeiten“, ergänzt Haysom. Das bedeutete wiederum eine wesentliche Änderung im Design der Maschinen. Doch damit ist die Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen.
Vor diesem Hintergrund mussten die Ingenieure bei MEP eine Entscheidung treffen. „Die zuvor genannten Veränderungen und Anforderungen zwangen uns dazu, unsere Maschinen neu zu konzipieren. Dafür benötigten wir leistungsstärkere Servoachsen als jene, die wir bisher eingesetzt hatten. 100 Ampere galten früher als maximale Nennstromanforderung, aber uns war klar, dass wir uns anpassen und Antriebe einsetzen mussten, die 150 Ampere bewältigen können“, erklärt Haysom. Und da außerdem ein von MEP eingesetztes Produkt vom bisherigen Lieferanten abgekündigt wurde, stand die Engineering-Abteilung unter erheblichem Druck und die Suche nach einer Ersatzlösung begann.
"Wir suchen Partner, die ihren Kunden aufmerksam zuhören und entsprechend handeln – mit dem Erfolg ihrer Kunden im Blick . Entweder man spielt in dieser Liga, oder eben nicht. Wir brauchen Menschen auf der anderen Seite, die sagen: Ok, lassen Sie uns das gemeinsam lösen , denn auch das gehört zu unserer Verantwortung."
Verfügbar: ein breites Produktportfolio. Und Vertrauen.
Auf der SPS-Messe in Parma im Jahr 2012 trafen MEP-Ingenieure auf KEBA und besprachen ihre Herausforderungen. Das war der Beginn einer sehr engen Zusammenarbeit. Schon bald entstand zwischen beiden Unternehmen eine vertrauensvolle Beziehung. Haysom: „Wir haben uns aus zwei wesentlichen Gründen für KEBA entschieden: Einerseits bot KEBA genau die Produkte an, die wir damals benötigten, aber auch jene, die wir für unser zukünftiges Wachstum brauchen würden. Andererseits sind die Lösungen von KEBA so ausgelegt, dass sie dank entsprechender Schnittstellen problemlos mit unterschiedlichen Systemen wie CANopen, EtherCAT, PROFINET usw. kommunizieren können. Und genau diese Flexibilität suchten unsere Ingenieure.“
Neben dem breiten Produktportfolio und der Offenheit auf Architekturebene gab es noch einen weiteren Aspekt, der für Haysom und sein Team stark ins Gewicht fiel: „Wir haben relativ schnell ein sehr gutes Verhältnis zum KEBA-Team aufgebaut, das auf gegenseitigem Vertrauen basierte“, ergänzt Haysom. Etwas, das man nicht aus einem Katalog bestellen kann, das im Geschäftsleben aber entscheidend ist.
Herausforderung angenommen: PROFINET-Protokoll
2020 standen die MEP-Ingenieure vor der nächsten großen Herausforderung. Haysom: „Damals wurden wir beauftragt, eine Anlage in Argentinien für die Produktion von Gittermatten zu realisieren. Eine der Anforderungen bestand darin, das PROFINET-Protokoll zu unterstützen. MEP kontaktierte daraufhin den technischen Partner Alfonso Sciarrabone von Centro Automazioni, der auf Basis der verfügbaren Projektdaten den Einsatz des Antriebssystems D3 von KEBA empfahl. Kolleginnen und Kollegen des KEBA-Teams in Italien unterstützten anschließend bei der Ausarbeitung des gesamten Setups, um sicherzustellen, dass MEP eine PROFINET-Lösung anbieten konnte. Dieses IRT-PROFINET-Protokoll ermöglicht es den D3-Antrieben von KEBA, mit der Automatisierungsanwendung von SIEMENS zu kommunizieren.“
Ein Blick in die Zukunft
MEP und KEBA arbeiten auch an neuen Lösungen. Derzeit evaluiert das MEP-Team eine neue Maschine zum Richten und Biegen von Bewehrungsstahl mit EtherCAT-Schnittstelle. Die gemeinsame DC-Bus-Lösung der KEBA D3-Antriebsplattform kompensiert die kontinuierlich hohe Leistungsaufnahme des Zugsystems (Rotoren und Rollen) mit der von der Schereinheit rückgespeisten Energie. Dadurch werden sowohl der Gesamtenergieverbrauch als auch die über einen externen Bremswiderstand abgeführte Energie reduziert. Dies eröffnet neue Perspektiven für KEBA. Abhängig von den Ergebnissen der Tests könnte MEP die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Haysom: „Bei Schneid- und Biegeanwendungen könnte es durchaus möglich sein, die Zusammenarbeit auch auf die Ebene der Servomotoren auszuweiten.”
Neben Produkten und Lösungen für die Entwicklung von Maschinen legt MEP auch großen Wert auf Service, sobald die Maschinen beim Kunden in Betrieb sind. Lieferanten mit globaler Präsenz zu haben, ist für das MEP-Team äußerst wertvoll und von großer Bedeutung. Haysom: „Lokaler Support und After-Sales-Service in den jeweiligen Ländern – auch und gerade in weit entfernten Regionen – sind eine sehr wichtige strategische Säule unserer Zusammenarbeit.“