Stefan Schlömmer: „Nach unserem Training können Sie sicher und eigenständig arbeiten.“
- Trainings
- 28.5.2026
- Lesezeit: {{readingTime}} min
Inhalt
Wer ist Stefan Schlömmer?
Als Produktexperte für Antriebstechnik bei KEBA beschäftige ich mich täglich damit, Wissen rund um unsere Antriebsprodukte und deren Anwendungen verständlich aufzubereiten und weiterzugeben. Besonders fasziniert mich die Regelungstechnik: wie sich mit einfachen Prinzipien leistungsstarke Ergebnisse erzielen lassen und wie präzise sich das Verhalten technischer Systeme mathematisch beschreiben lässt.
Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Linz, wo meine technische Neugier schon früh geweckt wurde– vor allem durch viele „Warum?“-Fragen und gemeinsames Tüfteln mit Familie und Freunden. Während meines Mechatronik-Studiums an der JKU Linz habe ich häufig Studienkolleg:innen technische Inhalte erklärt – und dabei entdeckt, wie viel Freude es mir macht, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und Begeisterung für Technik zu wecken.
Neben der Technik war mir immer auch der Ausgleich wichtig: Ich gehe gerne laufen, verbringe viel Zeit in der Natur und bin – je nach Jahreszeit – in den Bergen unterwegs. Diese Mischung aus analytischem Denken und Bodenständigkeit fließt auch in meine Tätigkeit als Trainer ein.
Wie hat dein Weg zu KEBA geführt?
Nach meinem Studienabschluss im Jahr 2022 bin ich zu KEBA gekommen und habe mir seither ein fundiertes Verständnis der Antriebstechnik in unterschiedlichen Branchen aufgebaut. Diese Erfahrung prägt auch meinen Trainingsansatz: die Verbindung von Produktwissen mit praxisnahen Einblicken.
Mein Ziel ist klar – nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern ein echtes Verständnis dafür zu schaffen, wie unsere Lösungen effektiv eingesetzt werden.
Wo siehst du aktuell die größte Kompetenzlücke in der industriellen Automatisierung?
Bediener:innen, Inbetriebnehmer:innen und Applikationsingenieur:innen benötigen nicht alle das gleiche Wissensniveau – und das ist auch völlig in Ordnung. Für Applikationsingenieur:innen und Anwender:innen, die Antriebe parametrieren oder tief in Systeme eingreifen, ist jedoch ein solides Grundverständnis in Regelungstechnik, Elektronik und Antriebstechnik besonders wichtig.
Dieses Wissen hilft, Fehler schneller zu erkennen und trägt wesentlich dazu bei, Unfälle und Bedienfehler zu vermeiden.
Deshalb lege ich in meinen Trainings großen Wert auf diese Grundlagen – praxisnah und verständlich vermittelt, damit ein sicherer und verantwortungsvoller Umgang mit Systemen möglich wird.
"Dieses Wissen hilft, Fehler schneller zu erkennen und trägt wesentlich dazu bei, Unfälle und Bedienfehler zu vermeiden."
"Entscheidend ist, dass man nach dem Training sicher und eigenständig weiterarbeiten kann."
Was ist die größte Herausforderung beim Transfer von Trainingswissen in den Arbeitsalltag?
Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht, das Gelernte auf die eigenen, individuellen Systeme und Anwendungen zu übertragen.
Jede Maschine, jede Architektur und jede Branche hat ihre eigenen Besonderheiten – dafür gibt es keine universellen Lösungsvorlagen. Wichtig ist auch zu betonen, dass ein Training allein nicht sofort vollständige Selbstständigkeit ermöglicht – und das ist ganz normal. Gerade weil die Antriebstechnik so umfangreich ist, wäre es weder sinnvoll noch möglich, alles abzudecken. Entscheidend ist, dass man nach dem Training weiß, wie man sicher und eigenständig weiterarbeiten kann.
Welche Kompetenzen werden für Automatisierungsexpert:innen im Jahr 2030 entscheidend sein?
In den kommenden Jahren werden Automatisierungssysteme zunehmend durch KI-gestützte Robotik sowie adaptive, lernende Produktionsumgebungen geprägt sein, die sich in Echtzeit anpassen und flexibel agieren.
Daraus ergeben sich zentrale Kompetenzen:
- Grundlagen der Regelungstechnik und Dynamik – notwendig, um das Verhalten von Automatisierungssystemen korrekt zu beurteilen und zu parametrieren. Ein tiefes Verständnis trägt zudem zur Unfallvermeidung bei.
- Sicherer und verantwortungsvoller Einsatz von KI – bereits heute passen erste Spritzgießmaschinen Prozessparameter mittels KI an, um die Qualität zu optimieren.
- Grundlagen der Cybersecurity – steigende Vernetzung und regulatorische Anforderungen erhöhen die Sicherheitsanforderungen. Technisches Know-how, etwa im Kontext des Cyber Resilience Act (CRA), wird zur Grundvoraussetzung.
- Fähigkeit zur schnellen Weiterbildung – die rasante technologische Entwicklung in Bereichen wie KI, Robotik und Edge AI macht kontinuierliches Lernen und Anpassungsfähigkeit zu Schlüsselkompetenzen.