Experteninterview

Warum Investitionen in Weiterbildung Unternehmen voranbringen

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Eine Person hält ein aufgeschlagenes Notizbuch in einem modernen Büro. Auf der rechten Seite steht handschriftlich „WHY TRAINING?“.
Weiterbildung wird noch immer häufig als schnelle Lösung oder Pflichtübung verstanden. Wir haben drei Experten gefragt, worauf es ankommt, damit Lernmaßnahmen strategische Wirkung entfalten – und warum sie mitunter scheitern.

Fachautoren

Prof. Dr. Mario Jungwirth ist Professor an der FH Oberösterreich, Beirat im Mechatronik-Cluster Oberösterreich sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Österreichischen Verbandes für Elektrotechnik (ÖVE). Er beleuchtet das Thema aus wissenschaftlicher und strategischer Perspektive und zeigt auf, wie Bildung und Future Skills nachhaltige Innovation ermöglichen.

Roland Peterseil und Michael Broder verantworten bei KEBA den Bereich People, Culture & Structure. Mit langjähriger HR-Erfahrung geben sie praxisnahe Einblicke, wie gezielte Qualifizierungsmaßnahmen Menschen stärken, Organisationen ausrichten und langfristige Wirkung entfalten.

“Wird Weiterbildung als echte Investition verstanden und nicht bloß als formaler Haken auf einer Liste, entfaltet sie enormes Potenzial. Menschen eignen sich neues Wissen schneller an, arbeiten effizienter und gehen souveräner mit Veränderungen um.

Eine Person, die in einer modernen Büroumgebung ein offenes Notizbuch in der Hand hält, in dem „WHY TRAINING?“ steht.
Prof. Dr. Mario Jungwirth
Professor an der FH Oberösterreich (FH OÖ), Beirat des Mechatronik-Clusters Oberösterreich und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik (ÖVE)

Was verändert sich, wenn Unternehmen Lernen als strategische Investition begreifen – und nicht als Pflichtübung?

Jungwirth: Wird Weiterbildung als echte Investition verstanden und nicht bloß als formaler Haken auf einer Liste, entfaltet sie enormes Potenzial. Menschen eignen sich neues Wissen schneller an, arbeiten effizienter und gehen souveräner mit Veränderungen um. Die Motivation steigt, weil persönliche Entwicklung sichtbar gefördert wird. Führungspersönlichkeiten entstehen frühzeitig, Teams werden kreativer und agiler. Davon profitieren auch Kund:innen durch bessere Leistungen – und das Unternehmen wächst nachhaltig. Ein Gewinn auf allen Ebenen. Laut World Economic Forum WEF erwarten 77 % der Arbeitgeber, dass Upskilling die Produktivität steigert – und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit, Reputation sowie Employer Branding stärkt.

Peterseil: Nur Organisationen, die kontinuierliches Lernen fördern, können mit dem Wandel Schritt halten. Weiterbildung ermöglicht es Mitarbeitenden, ihr Wissen laufend weiterzuentwickeln und sich auf neue Anforderungen einzustellen. Erst dadurch wird echte Weiterentwicklung möglich. In dynamischen Umfeldern ist es entscheidend, Lernen als kontinuierlichen Prozess zu verstehen und aktiv zu gestalten.

Broder: Mitarbeitende bringen deutlich mehr Engagement und Eigeninitiative ein. Vor allem gelingt der Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag deutlich besser.

Wie trägt Weiterbildung dazu bei, verborgenes Potenzial in Teams und bei Einzelpersonen sichtbar zu machen? Können Sie Beispiele nennen?

Jungwirth: Gezielte Lernangebote helfen Menschen, Fähigkeiten zu entdecken, die ihnen zuvor selbst nicht bewusst waren. Aus Unsicherheit kann Selbstvertrauen entstehen, aus Zurückhaltung Führungsstärke. Eine eher stille Person entwickelt sich nach einem Leadership-Programm zu einer empathischen Führungskraft, oder jemand aus dem technischen Support bringt nach neuen Impulsen eine überzeugende Produktidee ein. Mit der passenden Förderung wachsen Einzelne – und mit ihnen das gesamte Team.

Peterseil: Indem Reflexion, kritisches Denken und Analyse angeregt werden, entstehen neue Perspektiven. Häufig werden Kompetenzen sichtbar, die im Alltag bislang ungenutzt geblieben sind. Zu Beginn steht weniger der unmittelbare Kompetenzaufbau im Vordergrund als vielmehr das vertiefte Eintauchen in ein Themenfeld – man könnte sagen: das gezielte Wecken von Neugier.

Broder: Ein konkretes Beispiel ist eine Kollegin aus dem HR-Team, die ursprünglich als Teamassistenz tätig war und sich schrittweise Fachwissen in unterschiedlichen HR-Disziplinen wie etwa Compensation & Benefits angeeignet hat.

Eine vielfältige Gruppe von Fachkräften sitzt an einem Tisch in einem verglasten Besprechungsraum und diskutiert miteinander. Auf dem Tisch steht ein Laptop mit einer geöffneten Präsentation, was auf eine gemeinsame Besprechung oder Schulung hindeutet.

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“Aus unserer Erfahrung hängen erfolgreiche Lernformate von zwei zentralen Faktoren ab: Sie müssen eng an reale Aufgabenstellungen im Arbeitsalltag gekoppelt sein und dürfen nicht bei abstrakter Theorie stehen bleiben. Ebenso entscheidend ist, dass neues Wissen tatsächlich in die Praxis überführt wird.”

Michael Broder
People, Culture & Structure | KEBA Group

Wodurch entfalten Weiterbildungsmaßnahmen Wirkung – und wann bleiben sie wirkungslos?

Jungwirth: Wirksam wird Qualifizierung dann, wenn sie zur jeweiligen Person passt, einen klaren Bezug zum Arbeitsalltag hat und von Führungskräften unterstützt wird. Können Teilnehmende das Erlernte unmittelbar anwenden und erhalten sie begleitende Unterstützung, verläuft Entwicklung deutlich schneller. Zu allgemein gehaltene Inhalte, fehlender Praxisbezug oder einmalige Formate ohne Nachbereitung verpuffen hingegen rasch. Gute Weiterbildung hinterlässt Spuren – schlechte verschwindet.

Peterseil: Lernformate entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie auf die konkreten Bedürfnisse und die reale Arbeitssituation der Teilnehmenden zugeschnitten sind. Je stärker sie aktuelle Anforderungen adressieren, desto größer ist der Effekt. Besonders wirkungsvoll sind Programme, die unterschiedliche Ebenen verbinden – etwa spielerische Elemente, persönliche Reflexion und fundierten theoretischen Input.

Broder: Aus unserer Erfahrung hängen erfolgreiche Lernformate von zwei zentralen Faktoren ab: Sie müssen eng an reale Aufgabenstellungen im Arbeitsalltag gekoppelt sein und dürfen nicht bei abstrakter Theorie stehen bleiben. Ebenso entscheidend ist, dass neues Wissen tatsächlich in die Praxis überführt wird – ein Schritt, der erfahrungsgemäß der anspruchsvollste ist und für den es bislang nur wenige wirklich wirksame Konzepte gibt.

“Besonders wirkungsvoll sind Programme, die unterschiedliche Ebenen verbinden – etwa spielerische Elemente, persönliche Reflexion und fundierten theoretischen Input.

Roland Peterseil
People, Culture & Structure | KEBA Group

Gibt es ein Zitat, das den Kern des Themas besonders gut trifft?

Jungwirth: Mein Lieblingszitat zu diesem Thema stammt von Henry Ford: „Das Einzige, was schlimmer ist, als Mitarbeiter zu schulen und sie gehen zu lassen, ist, sie nicht zu schulen und sie bleiben.“

Wie wir unterstützen können

Wir wissen: Upskilling und Reskilling sind entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb haben wir ein Trainingsportfolio entwickelt, das auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeitenden zugeschnitten ist – und gleichzeitig Ihre Geschäfts- und Marktziele fördert.

Unser Angebot umfasst Basis- und Aufbau-Trainings zu einer Vielzahl von Themen, in Präsenz oder online, und in mehreren Sprachen. Für größere Teams entwickeln wir außerdem maßgeschneiderte Trainingsprogramme – gemeinsam mit Ihnen und passgenau auf Ihre Herausforderungen abgestimmt.

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Vielen Dank an unsere Experten

für ihre inspirierenden und wertvollen Einblicke sowie den Austausch ihrer Erfahrungen.

Prof. Dr. Mario Jungwirth (External Expert)
Prof. Dr. Mario Jungwirth (External Expert) Professor an der FH Oberösterreich (FH OÖ), Beirat des Mechatronik-Clusters Oberösterreich und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik (ÖVE)
Roland Peterseil
Roland Peterseil People, Culture & Structure | KEBA Group
Michael Broder
Michael Broder People, Culture & Structure | KEBA Group
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