Die unterschätzten Kosten von Ladekabeldiebstahl
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- 18.6.2026
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Kabeldiebstahl nimmt europaweit zu
Das Problem beschränkt sich längst nicht mehr auf einzelne Vorfälle oder bestimmte Regionen. Aktuelle Berichte aus Deutschland und Großbritannien zeigen, dass Kabeldiebstahl für Betreiber von Ladenetzen in ganz Europa zu einem wachsenden operativen und finanziellen Problem wird.
Die zunehmende Bedeutung des Themas spiegelt sich auch in der Branche wider. Organisationen wie CharIN haben bereits eigene Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich gezielt mit der Prävention von Kabeldiebstahl beschäftigen. [1]
Ein großer deutscher Energieversorger und Charge Point Operator berichtete, dass innerhalb eines Jahres mehr als 900 Ladekabel an über 130 Standorten gestohlen wurden. Diese Zahl verdeutlicht, wie anfällig insbesondere Schnellladeinfrastruktur weiterhin ist und dass Kabeldiebstahl längst kein Einzelfall mehr ist. [2]
Auch in Großbritannien häufen sich die Vorfälle. Polizeiberichte dokumentieren seit 2022 mehr als 200 Fälle von Diebstahl und Vandalismus an Ladeinfrastruktur. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, da viele Vorfälle nicht gemeldet werden. [3]
Eine Untersuchung im Auftrag von Polizeibehörden in England und Wales ergab zudem, dass sich Diebstahl und Vandalismus an Ladeinfrastruktur im Jahr 2024 mehr als verdoppelt haben. [4] Einige Betreiber setzen mittlerweile sogar private Sicherheitsdienste ein, um ihre Standorte zu schützen. [5]
Viele Charge Point Operators berichten von einem deutlichen Anstieg der Vorfälle in den vergangenen drei Jahren. Die gezielte Vorgehensweise vieler Täter deutet darauf hin, dass sich kriminelle Gruppen zunehmend auf diese Art von Diebstahl spezialisieren.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind die gestiegenen Rohstoffpreise. Besonders Schnellladestandorte sind attraktive Ziele, da Hochleistungsladekabel mehrere Kilogramm Kupfer enthalten.
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Der tatsächliche Schaden geht weit über die Kosten für ein Ersatzkabel hinaus
Für Charge Point Operators sind die Kosten für ein Ersatzkabel häufig nur ein kleiner Teil des gesamten Schadens. Je nach Länge, Kabelquerschnitt und Kühltechnologie kostet ein einzelnes Ladekabel mehrere tausend Euro.
Die größten finanziellen Auswirkungen entstehen jedoch durch entgangene Umsätze.
Ein einzelner Schnellladevorgang für einen Pkw kann bereits rund 50 Euro Umsatz generieren. Bei Lkw liegen die Einnahmen häufig deutlich höher und erreichen innerhalb von nur 30 bis 45 Minuten mehrere hundert Euro.
Wird ein Ladekabel durchtrennt und gestohlen, ist die betroffene Ladestation oft über Tage oder sogar Wochen nicht verfügbar. Neben der Beschaffung und Installation eines Ersatzkabels sind anschließend weitere gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen erforderlich, bevor die Station wieder in Betrieb gehen kann.
Dadurch können die Reparatur- und Folgekosten einer einzelnen Ladestation schnell die Marke von 10.000 Euro überschreiten. Werden mehrere Kabel gleichzeitig gestohlen, summieren sich die Verluste nicht selten auf sechsstellige Beträge.
Hinzu kommt ein Faktor, der sich nur schwer beziffern lässt: das Vertrauen der Kunden. Wer wiederholt auf defekte oder außer Betrieb befindliche Ladestationen trifft, wird sich künftig möglicherweise für einen anderen Anbieter entscheiden. Der Imageschaden wirkt oft deutlich länger nach als die eigentliche Reparaturdauer.
Warum Prävention entscheidend ist
Für Charge Point Operators ist es daher entscheidend, Kabeldiebstahl möglichst zu verhindern, bevor überhaupt ein Schaden entsteht.
Prävention ist deutlich wirksamer als der Versuch, die Folgen eines bereits erfolgten Diebstahls zu begrenzen. Solange die Ladeinfrastruktur verfügbar bleibt, entstehen keine Umsatzausfälle und die Erwartungen der Kunden werden erfüllt.
Zur Verhinderung von Kabeldiebstahl kommen heute verschiedene Ansätze zum Einsatz:
- Verstärkte Kabelmäntel mit Stahl- oder Kevlargewebe erschweren das Durchtrennen der Kabel und erhöhen den Aufwand für Täter. Nachteilig sind höhere Kosten sowie eine teilweise eingeschränkte Handhabung. Zudem können Nachrüstlösungen die Optik eines Standorts beeinträchtigen.
- Einige Kabelsysteme setzen bei Beschädigung dauerhaft sichtbare Markierungsstoffe frei. Dadurch lassen sich Täter leichter identifizieren. Zwar verhindert dies den Diebstahl nicht direkt, die sichtbare Kennzeichnung soll jedoch abschreckend wirken.
- Integrierte Alarmsysteme lösen bei Manipulationsversuchen einen lauten Alarm aus und informieren Betreiber oder Sicherheitsdienste.
- Videoüberwachung kann Ladestandorte zusätzlich schützen, abschreckend wirken und die Aufklärung von Vorfällen unterstützen.
Trotz dieser Maßnahmen kommt es weiterhin regelmäßig zu Diebstählen. Ein zentraler Nachteil vieler bestehender Lösungen besteht darin, dass sie erst reagieren, nachdem bereits ein Schaden entstanden ist. Betreiber werden daher häufig erst informiert, wenn die Ladestation bereits außer Betrieb ist.
Kabeldiebstahl erkennen, bevor Schäden entstehen
Genau hier setzt ein neuer Ansatz an: Können potenzielle Diebstahlversuche erkannt werden, bevor ein Kabel überhaupt beschädigt wird?
Um diese Frage zu beantworten, hat KEBA ein Überwachungskonzept entwickelt, das lokale KI-basierte Analysen mit Echtzeit-Benachrichtigungen kombiniert. Anstatt das Kabel selbst zusätzlich zu schützen, konzentriert sich der Ansatz auf die frühzeitige Erkennung verdächtiger Aktivitäten rund um die Ladeinfrastruktur. Ziel ist es, potenzielle Diebstahlversuche bereits in einem frühen Stadium zu erkennen und schneller darauf reagieren zu können.
Die Lösung wurde für Charge Point Operators, Betreiber von Ladenetzen, Flottenladeparks und öffentliche Schnellladestandorte entwickelt. Mithilfe lokaler KI-Analyse werden Verhaltensmuster identifiziert, die auf einen möglichen Diebstahlversuch hindeuten können. So erhalten Verantwortliche die Möglichkeit, frühzeitig zu handeln.
So funktioniert's
Ein lokales KI-System analysiert Aktivitäten rund um die Ladeinfrastruktur und erkennt Verhaltensmuster oder Gegenstände, die auf einen möglichen Diebstahlversuch hindeuten können – beispielsweise Bolzenschneider oder Winkelschleifer. Verdächtiges Verhalten und typische Werkzeuge lassen sich frühzeitig identifizieren. Dadurch können Betreiber eingreifen, bevor ein Schaden entsteht. Diese direkte Reaktion ist ein wesentlicher Bestandteil des Abschreckungskonzepts.
Zusätzlich können Alarme, Sirenen oder Beleuchtungssysteme aktiviert und gleichzeitig der CPO oder ein Sicherheitsdienst informiert werden. Erkennt das System eine potenzielle Bedrohung, kann eine ereignisbasierte Videoaufzeichnung gestartet werden. Diese unterstützt spätere Ermittlungen und eine mögliche strafrechtliche Verfolgung. Da Aufzeichnungen nur anlassbezogen erfolgen, werden ausschließlich relevante Vorfälle dokumentiert.
Gut sichtbare Warnhinweise vor Ort verstärken zusätzlich die abschreckende Wirkung.
Mehr als nur Schutz vor Kabeldiebstahl
Auch wenn der Fokus zunächst auf der Verhinderung von Kabeldiebstahl und der Reduzierung von Ausfallzeiten liegt, bietet der zugrunde liegende Ansatz weiteres Potenzial.
Die gleiche KI-basierte Analyse kann künftig dabei helfen, andere Formen von Vandalismus zu erkennen, blockierte Ladeplätze zu identifizieren oder Betreiber beim allgemeinen Standortmanagement und Monitoring zu unterstützen.
Datenschutz von Anfang an mitgedacht
Datenschutzaspekte sind bereits in das Systemdesign integriert. Die Datenverarbeitung erfolgt lokal, wodurch die Datenübertragung sowie der Bedarf an langfristiger Datenspeicherung minimiert werden. Gleichzeitig wird ein DSGVO-konformer Betrieb unterstützt.
Die KI-Modelle werden darauf trainiert, vordefinierte Objekte sowie sicherheitsrelevante akustische Muster zu erkennen, die auf potenzielle Bedrohungen hindeuten. Die Audioverarbeitung konzentriert sich auf die Erkennung von Ereignissen und nicht auf die Interpretation von Inhalten. Eine Videoaufzeichnung wird nur dann ausgelöst, wenn vordefinierte akustische oder visuelle Indikatoren auf einen möglichen Sicherheitsvorfall hinweisen.
Fazit: Mit KI gegen Kabeldiebstahl
Kabeldiebstahl hat sich zu einem relevanten wirtschaftlichen Faktor für Charge Point Operators entwickelt. Die größten Kosten entstehen dabei meist nicht durch das gestohlene Kabel selbst, sondern durch die daraus resultierenden Ausfallzeiten und Umsatzeinbußen. Wer die Auswirkungen nachhaltig reduzieren möchte, sollte deshalb über reine Hardwarelösungen hinausdenken und moderne Überwachungstechnologien in Betracht ziehen.
KI-gestützte Ansätze wie die Lösung von KEBA ergänzen bestehende Schutzmaßnahmen um eine wichtige Komponente: die frühzeitige Erkennung potenzieller Bedrohungen. Durch die Kombination aus intelligenter Analyse, kontinuierlicher Überwachung und schneller Reaktion können Risiken erkannt werden, bevor ein Schaden entsteht. Für Charge Point Operators bedeutet das mehr Verfügbarkeit, geringere Ausfallkosten und eine höhere Sicherheit ihrer Ladeinfrastruktur – ohne die laufenden Personalkosten einer permanenten Vor-Ort-Bewachung.
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Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir melden uns in Kürze.
Quellen
[1] Charging Interface Initiative (CharIN) e. V. (2025): Tackling cable theft at EV charging stations: insights from the CharIN working session (Link)
[2] Tagesschau (2025): Kriminelle stehlen immer mehr Kabel an Ladesäulen (Link)
[3] Electrive.com (2025): Taking stock of cable theft in the UK (Link)
[4] Energy Saving Trust UK (2026): EV charger vandalism (Link)
[5] Auto Express (2024): Recognise EV chargers as critical infrastructure to stop cable thefts, says charging CEO (Link)